Dass zu einer standardmäßigen Sektion neben der Öffnung der drei Körperhöhlen stets auch die Entnahme von Blut, Urin, Magen- und Darminhalten gehört, sind nur einige der zahlreichen Details, die der Leser in dem ebenso spannenden wie lehrreichen Buch von Michael Tsokos erfährt. Dem Tod auf der Spur lautet der bezeichnende Titel dieser Sammlung spektakulärer Fälle aus dem Berufsalltag des Leiters von Deutschlands größter gerichtsmedizinischen Abteilung in der Berliner Charité.
Bei alledem räumt Tsokos auf mit den in TV-Serien kolportierten Klischees von exzentrischen oder verschrobenen Knochensägern, die mit ihrer unappetitlichen Arbeit, beinahe im Alleingang Kriminalfälle lösen. Das beginnt bereits damit, dass bei den wenigsten Fällen, mit denen es Tsokos und sein Team zu tun haben, Mord im Spiel ist. Wesentlich häufiger stellen sich Suizide oder schlichtweg Unfälle als die wahren Todesursachen heraus. Entsprechend fällt auch die Gewichtung innerhalb der zwölf Fälle aus, die Tsokos in seinem Buch präsentiert. Allen gemeinsam ist die Kniffligkeit und die Spannung ihrer Begleitumstände.
Alles in allem ein Buch für Voyeure und Sensationsgierige, sofern es ihnen vor gar nichts graust und sie nicht allzu empfindliche Mägen haben.





